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Augenzeugin: «Ich habe nur noch geschrien: Bremsen, bremsen, bremsen!»

Nach Verfolgungsjagd

Augenzeugin: «Ich habe nur noch geschrien: Bremsen, bremsen, bremsen!»

· Online seit 05.06.2022, 19:20 Uhr
Bei einer Verfolgungsjagd zwischen der Kantonspolizei Aargau und einem PW-Lenker endete am Samstagabend eine Verfolgungsjagd gleich mit zwei Unfällen. Doch es hätte noch schlimmer kommen können, berichtet eine Augenzeugin.

Quelle: Tele M1

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Wer in eine Polizeikontrolle kommt, muss wohl oder übel rausfahren und seine Papiere zeigen. Genau das wollte ein Lenker eines Fahrzeugs mit britischem Kennzeichen am Sonntag nicht tun und raste der Polizei in Turgi davon.

Augenzeugin Roberta Salvati war gerade mit ihrem Auto unterwegs und hat die Verfolgungsjagd aus nächster Nähe miterlebt. «Auf der Gegenfahrbahn ist das Auto mit dem gelben Kennzeichen durchgerast und die Polizei hinterher.» So etwas habe sie bisher nur aus dem TV gekannt. «Ich habe richtig Hühnerhaut bekommen», erzählt sie von dem Vorfall.

Von Turgi aus fuhr der Flüchtige Lenker weiter Richtung Windisch. In der sogenannten Fahrrainkurve krachte das Auto der Polizei in einen entgegenkomenden Audi. Alle Beteiligten blieben bei dem Unfall unverletzt, trotzdem wurden alle Insassen in Spitalpflege gebracht, sagt Polizei-Medienchefin Corina Winkler. Der fliehende Lenker fuhr noch ein Stück weiter, bis er beim Restaurant Waage in die Hausmauer knallte und machte sich danach zu Fuss aus dem Staub.

Doch damit nicht genug: Von den ausgerückten Polizeifahrzeugen, die sich auf die Suche nach dem flüchtigen Lenker machen, wäre gemäss Augenzeugin Roberta Salvati fast noch ein weiteres verunfallt: «Ein Kastenwagen der Polizei hat ein Spitzkehre gemacht und ich habe dann wirklich nur noch geschrien: ‹brems, brems brems!› Der hat mitten auf der Strasse gewendet und wenn wir mit den erlaubten 50 Stundenkilometern gefahren wären, wären wir in das Fahrzeug reingefahren.» Eine Fahrweise, die für Salvati zu riskant war. Dabei gelten für die Polizei due selben strengen Regeln wie für alle anderen Autolenkenden auch. Das betont auch Corina Winkler: «Bei dringlichen Dienstfahrten - so nennen wir Blaulichtfahrten - muss man ganz viele Komponenten beachten. Es muss verhältnismässig sein. Man muss die aktuellen Witterungen und Strassenverhältnisse beachten und man muss sich bewusst sein, dass, wenn es zu einem Unfall kommt, es auch ein Strafverfahren gibt.»

Auch die Staatsanwaltschaft hat nun eine Untersuchung eröffnet und sucht zusammen mit der Polizei nach dem flüchtigen Lenker des britischen Fahrzeugs. Dieser ist gemäss der Polizeimeldung rund 30 Jahre alt und hat einen schwarzen Vollbart.

(red.)

veröffentlicht: 5. Juni 2022 19:20
aktualisiert: 5. Juni 2022 19:20
Quelle: ArgoviaToday

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