Statistik zeigt

Jede Woche 10 Schwerverletzte – Unfälle mit E-Bikes häufen sich

31. Mai 2022, 23:10 Uhr
Unfälle häufen sich auch im aktuellen Jahr. Bereits die Statistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU fürs 2021 zeigt: Letztes Jahr verletzten sich schweizweit wöchentlich 10 Personen schwer. Wir sind den Gefahren des E-Bike-Fahrens auf den Grund gegangen.
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Quelle: TeleM1

Gächliwil, Olten, Neuendorf. Nur drei Ortschaften im Argovialand, in denen sich in den letzten Wochen schwere Velo-Unfälle ereignet haben. In den Fällen von Gächliwil und Neuendorf waren die Velolenkerinnen auf ihren E-Bikes unterwegs. Sie erlagen ihren schweren Verletzungen. Für die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU leider keine Überraschung: «Im letzten Jahr kann man die Unfallstatistik bei den E-Bikes so zusammenfassen: Es gab jede Woche im Schnitt 10 Schwerverletzte, die mit einem E-Bike verunfallt sind oder eine Kollision hatten. Und zirka jede dritte Woche passierte ein tödlicher E-Bike Unfall.»

Einerseits seien das Selbstunfälle, aber auch Kollisionen mit dem schnellen motorisierten Verkehr gehören zur Tagesordnung. Yannik Galantino, Junior-Geschäftsführer bei TS-Velos in Etziken, kennt die Gefahren eines E-Bikes: «Der Bremsweg und die Geschwindigkeit, die man unterschätzt», laute die schnelle Erklärung. «Man ist sehr schnell bei 25 oder 45 Km/h. Bis auf Null zu bremsen braucht einen gewissen Weg, das muss man im Hinterkopf behalten.»

25 oder 45 ist die vom Motor unterstützte Maximalgeschwindigkeit bei den beiden E-Bike-Kategorien, die auf dem Markt erhältlich sind. Für letztere braucht es einen Töffli-Ausweis. DIe meisten Autofahrenden haben diesen «geschenkt» in ihrem Fahrausweis. Das heisst, bezüglich Fahrpraxis herrscht bei vielen ein Manko. Deshalb empfiehlt Yannik Galantino: «Es wäre sicher hilfreich für alle Fahrer und Fahrerinnen, dass man zum Beispiel einen Kurstag machen müsste.» An diesem könnte man sich damit auseinandersetzen, wie man Tempo und Bremswege richtig einschätzt.

Ob die beiden Frauen, die diesen Monat bei Unfällen gestorben waren, viel Erfahrungen mit ihren Velos hatten, ist nicht bekannt. Mindestens im Fall von Neuendorf dürfte das Tempo aber zum Unfall beigetragen haben, als die Frau über eine Markierung «kein Vortritt» gefahren ist. Laut der BFU sind aber alle Verkehrsteilnehmenden gefordert, aufeinander aufzupassen und Situationen richtig einzuschätzen. Man müsse sich daran gewöhnen, dass Velos mit höherem Tempo daherkommen, als erwartet.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 31. Mai 2022 19:50
aktualisiert: 31. Mai 2022 23:10
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