Bilanz

So viele Bankomaten wurden seit 2020 im Aargau gesprengt

13.02.2024, 09:26 Uhr
· Online seit 30.01.2024, 07:09 Uhr
In den letzten Jahren sind im Aargau 13 Bankomaten gesprengt worden. Zehn davon waren erfolgreich, bei dreien blieb es lediglich beim Versuch. Der Gesamtsachschaden beläuft sich dabei auf über zwei Millionen Franken.

Quelle: ArgoviaToday

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Seit Jahren sind Bankomatsprengungen ein Thema im Aargau – genauer gesagt seit etwa vier Jahren. Im Jahr 2020 sind sechs Automaten gesprengt worden, ein Jahr später zwei, dann gab es 2022 wieder einen leichten Anstieg auf vier, während es im letzten Jahr lediglich eine Sprengung gab – und zwar in Dottikon. Das belegen Zahlen des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), die ArgoviaToday vorliegen. Gesamthaft sind es somit 13 Sprengungen, von denen zehn wiederum erfolgreich waren. Bei dreien blieb es lediglich beim Versuch.

Quelle: ArgoviaToday/Vroni Fehlmann (Video vom 11.05.23)

Aufgeschlüsselt nach Monaten, ist vor allem der August beliebt. Ganze dreimal wurde in diesem Monat ein Bankomat gesprengt, gefolgt vom Mai, September, Oktober und November mit jeweils zwei Sprengungen. März und Mai zeigen jeweils eine, während es im Januar, Februar, April, Juni und Juli bisher noch null Sprengungen gibt.

Keine Angaben über Deliktsumme

Die Täterschaft benutzte dabei im Aargau viermal Gas und neunmal Sprengstoff als Hilfsmittel. Der Gesamtsachschaden liegt derweil bei 2'365'000 Franken. Zu der entwendeten Deliktsumme will sich weder das Fedpol noch die Kantonspolizei Aargau äussern. «Das hat zwei Gründe. Wir wollen keine Anleitung geben und mit einer Summe eine Sprengung schmackhaft machen und zum anderen variieren die Beträge auch immer in den Bankomaten», erklärt Christoph Gnägi, Fedpol-Mediensprecher. Das bestätigt auch Rafael Koch von der Kantonspolizei Aargau. «Wir halten uns da an die Angaben der Bundespolizei.»

Sprengungen nehmen ab – im Aargau und in der Schweiz

Die Bundespolizei übernimmt dann die Ermittlungen und ist federführend, wenn die Bankomaten mit Sprengstoff aufgebrochen werden. Ist Gas oder ein Brecheisen im Spiel oder werden die Automaten einfach abtransportiert, wie vor einem Jahr an der Raststätte Gunzgen Süd, ermittelt die jeweilige Kantonspolizei.

Warum die Sprengungen im Aargau seit 2020 rückläufig sind, ist nicht eindeutig. «Vermutlich hatten wir im Aargau einfach Glück im letzten Jahr», so Koch. Aber auch schweizweit ist die Anzahl der Sprengungen von 30 für 2022 auf 23 im vergangenen Jahr gesunken.

Banken treffen Vorkehrungen

Das liegt unter anderem auch an den Vorkehrungen, welche die Banken im Aargau seitdem getroffen haben. Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in den letzten Jahren vermehrt Bankomaten abgebaut, die entweder an exponierten Orten standen oder zu wenig frequentiert wurden, wie Mediensprecherin Christine Honegger zu ArgoviaToday sagt. Dazu zählt unter anderem auch der Bankomat bei der Coop-Tankstelle in Bremgarten, der plötzlich verschwunden war.

Darüber hinaus «haben wir bestimmte AKB-Automaten, die an Aussenfassaden angebracht waren, auch entfernt. Damit kommen keine Personen zu Schaden, die obendrüber wohnen.» Zusätzlich schliesse man in der sogenannten 24-Stunden-Zone zwischen 1 und 5 Uhr die Türen. Zusätzlich sind an den Bankomaten der AKB Platten montiert, die darauf hinweisen sollen, dass im Falle einer Sprengung die Scheine eingefärbt werden, wie es weiter heisst. Auf die Frage, wie viel Geld in der Regel in einem AKB-Automaten liegt, antwortet Honegger: «Wir füllen lieber mehrmals kleine Beträge auf, als einmal einen grossen.»

veröffentlicht: 30. Januar 2024 07:09
aktualisiert: 13. Februar 2024 09:26
Quelle: ArgoviaToday

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