Aargau/Solothurn

Feuerwehr Aargau 2023: Spitzenreiter bei Frauenquote und Personal

Neue Statistik

Die meisten Feuerwehrleute schweizweit hat es im Aargau

· Online seit 27.04.2024, 09:37 Uhr
Der Aargau hat am meisten Feuerwehrleute und dazu noch den höchsten Frauenanteil. Schöne Zahlen für den Kanton, doch haben wir tatsächlich genug Leute? Der Präsident des Aargauischen Feuerwehrverbandes und eine Frau, die Feuerwehr, Beruf, Nebenberuf und Privatleben unter einen Hut bringt, geben Auskunft.
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Der Aargau hat die meisten Feuerwehrleute in der ganzen Schweiz und auch den höchsten Frauenanteil in der Feuerwehr. Das zeigt die Feuerwehrstatistik 2023 der Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS), wie das «Dorfheftli» berichtet. Rund ein Siebtel der Feuerwehrleute in der Schweiz sind im Aargau tätig – genauer gesagt 10'851 von insgesamt 77'650 Personen. Der Frauenanteil beträgt schweizweit 12 Prozent, im Aargau sind es 20 Prozent.

Der Aargau kann nicht klagen 

Doch wenn man den Feuerwehren hierzulande zuhört, könnte man meinen, es fehlt an allen Ecken. Das sei nicht unbedingt so, erklärt der Präsident des Aargauischen Feuerwehrverbandes, Fabian Engel: «Der Kanton Aargau hat wirklich keine Schwierigkeiten. Klar, einzelne Feuerwehren müssen zum Teil ein bisschen kämpfen, da sie eine gewisse Anzahl an Personen haben müssen. Aber dass es Feuerwehren gibt, die fusionieren müssten, weil nicht genug Feuerwehrleute vorhanden wären, dafür gibt es also keine Alarmzeichen.»

Trotzdem, es gibt viele Leute, die nicht in die Feuerwehr wollen. «Weil natürlich viele am Abend etwas anderes unternehmen wollen, als für die Feuerwehr im Einsatz zu stehen. Aber es gibt nichts Schöneres, als ins Bett zu gehen und zu wissen, dass man jemandem helfen konnte», erklärt Engel.

Ausreden gibt es nicht

So sieht das auch Monika Schär. Sie ist Wachtmeisterin bei der Feuerwehr Uerkental, arbeitet als Teamleiterin im Kundendienst und steht regelmässig als Sängerin mit dem berühmten Trauffer auf der Bühne. Die Ausrede, man habe keine Zeit für die Feuerwehr, gilt bei ihr nicht: «Man kann jede Tätigkeit ausführen, wenn man das wirklich will – da spielt es keine Rolle, wie viel man nebenbei zu tun hat. Ich muss ehrlich sagen, ich kann auch nicht an jeden Einsatz – niemand kann das. Aber man kann das schaffen, es ist einfach eine Sache der Organisation und des Willens.»

Bald nur noch 9000 Feuerwehrleute im Aargau

Trotzdem wird der Feuerwehr-Personalbestand im Aargau in Zukunft heruntergefahren. Im nächsten Jahr soll es statt knapp 11'000 nur noch etwa 9000 Feuerwehrleute im Aargau geben, sagt Fabian Engel. «Die Feuerwehr kostet auch und der Personalbestand ist ein teurer Bestand der Feuerwehr», weiss auch Sängerin Monika Schär.

Aber es sei schwierig herauszufinden, wie hoch der perfekte Personalbestand in einer Feuerwehr ist, so Schär: «Wie viele Leute es braucht, kommt drauf an, welche Aufgaben man als Feuerwehr übernimmt. Es gibt Ereignisse, da können es nicht genug Leute sein, bei anderen würden auch weniger reichen. Das Wichtigste ist eigentlich, dass man so schnell wie möglich am Ereignisort sein kann.»

Frauen können das auch

Die Zahlen sprechen für sich – oder für den Kanton Aargau. Dieser kommt in der Statistik nämlich sehr gut weg. Vor allem bei der Frauenquote. Fabian Engel freut sich darüber: «Das ist grossartig! Und Ende Jahr werden wir im Aargau vermutlich noch vier weitere Instruktorinnen haben. Ich denke, im Aargau wird der Frauenanteil noch weiter ansteigen – wie viel, wird sich zeigen.»

Die Einstellung bezüglich Frauen in Männerberufen habe sich geändert und somit auch das Klischee des Mannes in der Feuerwehruniform: «Früher gab es viele Berufe, bei denen man sagte: ‹Das ist Männersache.› Das gibt es so heute Gott sei Dank nicht mehr. Und bei der Feuerwehr ist auch immer mehr Technik dahinter. Da braucht es qualifiziertes Personal und ich glaube, die Frauen sagen sich immer öfter: ‹Da will ich auch mitmachen.› Das schätzen wir sehr», betont Engel.

Auch Monika Schär ist der Frauenanteil ein Anliegen: «Ich finde es grossartig, dass der Aargau den höchsten Frauenanteil hat. Ich persönlich finde es sehr wichtig, meinen Teil an die Gesellschaft beizutragen und ich finde, die Feuerwehr ist eine sehr sinnvolle Tätigkeit. Man kann Menschen helfen, die in Not sind – das tut einem auch selbst gut. Ob Mann oder Frau.» Zudem gäbe es in der Feuerwehr nichts, was die Männer machen, was eine Frau nicht auch könnte, sagt Schär bestimmt.

veröffentlicht: 27. April 2024 09:37
aktualisiert: 27. April 2024 09:37
Quelle: ArgoviaToday

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