Aufgeheizt

Zürcher Badis mutieren zum Sexparadies

06.09.2023, 18:12 Uhr
· Online seit 06.09.2023, 15:25 Uhr
Im Sommer 2023 kam es in Zürcher Badis zu mehreren sexuellen Handlungen. Besucherinnen und Besucher haben Liebende dabei beobachtet und es dem Personal gemeldet. Unterbrochen habe das Personal das bunte Treiben nicht.

Quelle: Sex in der Öffentlichkeit / Archiv vom 14. Juli 2017 / TeleZüri

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Hohe Temperaturen und verschwitzte Körper: Da kommt eine Abkühlung im Pool gelegen. Doch die Stimmung bleibt eben heiss, wenn man mit dem Liebsten oder der neuen Affäre im kühlen Nass landet. Das haben auch Besuchende der Badi Heuried beobachtet.

Kopulierende lassen sich nicht stören

Demnach soll ein junges Paar während einer Stunde im Wasser rumgeknutscht und sich gegenseitig gestreichelt haben – bis es zu rhythmischen Bewegungen und Gestöhne kam. «Es war wirklich offensichtlich. Und das am frühen Nachmittag. Die Badi war rammelvoll», wie eine Besucherin dem «Tagesanzeiger» erzählt.

Das war nicht das einzige Mal, dass die Frau Zeugin einer solchen «Sex-Aktion» wurde. Einige Zeit später beobachtete sie einen Mann, der sich gleich mit zwei Frauen im Becken –  und ihrem Becken – vergnügte.

In beiden Fällen informierte die Besucherin das Badi-Personal, «aber das Personal sagte jedes Mal nur: ‹Das geht mich nichts an›». Beim Dreier sei sie selbst zu den Kopulierenden gegangen. «Die sind allerdings im Wasser nur ein paar Meter weiter rübergerutscht und haben dort weitergemacht.»

Sexuelle Handlungen sind nicht erlaubt

Stefanie Süess, Sprecherin des Zürcher Sportamts, ist über solche Fälle nicht erfreut. «Sexuelle Handlungen in den Badeanlagen sind nicht erlaubt und werden auch nicht toleriert», wie sie der Zeitung sagt. Es sei die Aufgabe der Mitarbeitenden, die Badegäste auf die Badeordnung aufmerksam zu machen – besonders in solchen Fällen.

Doch nicht nur die kostenpflichtigen Badis seien davon betroffen. Auch am Oberen Letten wurde im Juni ein Pärchen beim Sex gefilmt und angesprochen. Erst als ein Mitarbeiter der Badi sie beim Rundgang erwischt und sie aus dem Bad verwiesen habe, stoppten sie ihren Akt, so Süess.

Hürlimann kämpft seit Jahren

Auch im Hürlimann-Thermalbad in der Enge kommt es immer wieder zu Sexszenen im Wasser. Ein Mann, der anonym bleiben will, erzählt ZüriToday, dass er einmal in den Hürlimann-Räumlichkeiten beim Geschlechtsverkehr ertappt worden sei.

«Der Bademeister hat mich und meine Begleiterin in flagranti erwischt. Wir konnten die Situation nicht mehr abstreiten. Sie war nackt.» Er habe versucht, noch etwas Zeit zu schinden. «Wir wollten noch schnell fertig machen. Aber der Bademeister kickte uns raus.»

Josef Molnar, Sprecher der Aqua-Spa-Resorts AG, die das Hürlimann-Wellnessbad betreibt, sagt: «Wir haben alles unternommen, damit es nicht mehr zu sexuellen Handlungen in unseren Wellnessanlagen kommt.»

Mitarbeitende machten regelmässig Rundgänge und Badegäste sollten sofort melden, denn wenn die Meldung erst sehr viel später erfolgt, könne man nichts mehr unternehmen, so Molnar.

Der Reiz des Verbotenen

Die Gründe, die Paare zu diesen Akten treiben, seien vielseitig, sagt Sexologe Ben Kneubühler dem «Tagesanzeiger». «Einige fühlen sich auch von der Aufregung und dem Nervenkitzel angezogen, den das Risiko, entdeckt zu werden, mit sich bringt», meint er. Es kann das Ausleben von Fantasien sein oder der Versuch, die Beziehung wieder aufzupeppen.

Ausserdem könne der Umstand, dass man allenfalls beobachtet wird, ein weiterer Kick sein. Neben dem Wem spielt auch das Wo eine wichtige Rolle. Gewisse Orte hätten allenfalls eine spezielle Bedeutung oder einen symbolischen Charakter. Bei der Badi komme hinzu, dass die Partnerin oder der Partner eher spärlich bekleidet ist, was die Fantasie zusätzlich anregt, so Kneubühler.

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(joe/roa)

veröffentlicht: 6. September 2023 15:25
aktualisiert: 6. September 2023 18:12
Quelle: ZüriToday

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