Oberkulm

Das sagen die überraschten neuen Co-Präsidenten der SP Aargau zu ihrem Sieg

9. April 2022, 19:38 Uhr
Denkbar knapp war es: Der Bremgarter Stefan Dietrich und Nora Langmoen aus Baden wurden mit 84 Stimmen von den SP-Delegierten gewählt. Rolf Schmid und Lelia Hunziker erhielten 79.
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Quelle: TeleM1

Der Wahlkampf des Duos Stefan Dietrich und Nora Langmoen hat sich gelohnt: Die Genossinnen und Genossen wählten den Bremgarter und die Badenerin am Samstagmittag zu ihrem neuen Co-Präsidium. Nur fünf Stimmen weniger haben die Aarauerin Lelia Hunziker und der Fricker Rolf Schmid geholt - jenes Team, dem im Vorfeld die klar grösseren Chancen eingeräumt worden sind, denn Grossrätin Hunziker und Polittalent Schmid sind die bekannteren Köpfe.

Doch Langmoen und Dietrich haben sich während des Wahlkampfs selber in der Partei bekannter gemacht. Sie gingen in die Regionen und Bezirke, stellten sich vor, hörten zu. «Wir wollen keine Meinungsbildung von oben nach unten, sondern von der Basis nach oben», sagte Stefan Dietrich bei der Vorstellung der Kandidierenden.

Claudia Rohrer für Langmoen/Dietrich

Den Einsatz in den Bezirken lobte Claudia Rohrer, Co-Fraktionspräsidentin der SP im Grossen Rat. Langmoen und Dietrich liessen die Grundhaltung und Werte der Sozialdemokratie vor Ort einfliessen, sagte sie. Das brauche die SP - und darum gab Rohrer Langmoen und Dietrich ihre Stimme.

Für Lelia Hunziker und Rolf Schmid setzte sich unter anderem Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener ein. Nicht zuletzt, weil mit Hunziker die Verbindung von Präsidium und Grossem Rat garantiert gewesen wäre.

Nora Langmoen und Stefan Dietrich treten die Nachfolge von Nationalrätin Gabriela Suter an. Sie wurde am Parteitag aus dem Präsidium verabschiedet, der Partei bleibt sie aber erhalten. 

Zudem fassten die Delegierten der SP Kanton Aargau einstimmig die Nein-Parole zur kantonalen Steuergesetzrevision, über die das Stimmvolk am 15. Mai befinden wird. Wenige Firmen mit grossen Gewinnen sollen weniger Steuern bezahlen müssen, kritisierte Grossrätin Carol Demarmels.

Die der Bevölkerung als Kompensation in Aussicht gestellte kleine Steuererleichterung werde dazu führen, dass bald wieder Geld in der Kantonskasse fehle und erneut Kürzungen im Schul- oder Gesundheitsbereich nötig würden. Letztlich werde dann der Steuerzahler drauflegen, um die Ausfälle bei den Firmensteuern zu kompensieren.

Zu den drei nationalen Vorlagen fasste die Aargauer SP zwei Ja- und eine Nein-Parole. Zur Ablehnung empfehlen sie nur die Frontex-Vorlage. Zustimmung gab es zum Transplantations- und zum Filmgesetz.

(sda)

Quelle: Aargauer Zeitung
veröffentlicht: 9. April 2022 15:13
aktualisiert: 9. April 2022 19:38
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