Cyberkriminalität

Gestohlene Bundes-Daten wieder aus Darknet verschwunden

02.07.2023, 16:40 Uhr
· Online seit 02.07.2023, 15:05 Uhr
Die gestohlenen Bundes-Daten sind nach Angaben des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) wieder von der betroffenen Darknet-Seite verschwunden. Darunter waren nach Medienberichten vom Wochenende vertrauliche Dokumente des Bundessicherheitsdienstes wie Dispositive für Staatsgäste und Magistraten.
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Nach Angaben des NCSC wurden die heiklen Daten in der Nacht auf den 14. Juni von der Gruppierung «Play» im Darknet aufgeschaltet. In der Zwischenzeit seien sie aber wieder von dieser Seite entfernt worden, respektive nicht mehr herunterladbar, teilte das NCSC am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Warum «Play» die Daten entfernt habe, entziehe sich ihrer Kenntnis. Das NCSC könne auch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das Datenpaket zu einen späteren Zeitpunkt an einem anderen Ort im Darknet zu finden sei oder ob die Daten weiterverkauft würden.

Nach Medienberichten vom Wochenende sind unter den Daten, die der Berner IT-Firma Xplain gestohlen wurden, vertrauliche Dokumente des Bundessicherheitsdienstes - darunter Dispositive für Staatsgäste und Magistraten. Auch Angaben zu den Adressen von Bundesrätinnen und Bundesräten wurden gestohlen sowie Informationen zu den Residenzen von unter Schutz stehender Top-Kadern

Login-Daten geändert

In die Hände der Hacker fielen demnach überdies Haft- und Auslieferungsgesuche von Interpol sowie Fahndungsausschreibungen in Fällen von mutmasslichen Schwerverbrechern. Ausserdem könnten auch Login-Daten von Bundesämtern veröffentlicht worden sein, hiess es.

Bis jetzt gebe es jedoch keinen Hinweis darauf, dass sich jemand mit den Informationen Zugang zu einem IT-System des Bundes hätte verschaffen wollen, schrieb dazu das NCSC. Ausserdem seien in der Bundesverwaltung gleich nach dem Ransomware-Angriff diverse Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden, so auch die Änderung aller Zugangsdaten und Logins.

Kein Kommentar vom Fedpol

Eine der vom Datenklau betroffenen Stellen, das Bundesamt für Polizei (Fedpol), wollte am Sonntag auf Anfrage weder die Veröffentlichung einzelner Dokumente noch deren Aktualität oder Kontext bestätigen, «um den verschiedenen laufenden und angekündigten Untersuchungen nicht vorzugreifen».

Fedpol wolle nun geklärt haben, unter welchen Umständen die operativen Daten auf die Server von Privaten gelangt seien. Deshalb habe es auch Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht

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(sda/red.)

veröffentlicht: 2. Juli 2023 15:05
aktualisiert: 2. Juli 2023 16:40
Quelle: FM1Today

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