Für ökologische Aufwertung

Aargauer Regierung beantragt Millionen-Kredit für Landwirtschaft

28. Januar 2022, 13:21 Uhr
Für das Landwirtschafts-Programm mit dem Kürzel «Labiola» beantragt die Aargauer Kantonsregierung beim Grossen Rat 5,58 Millionen Franken. Damit sollen Direktzahlungen für ökologische Aufwertungen der landwirtschaftlichen Betriebe finanziert werden.
Der Kanton Aargau will auch künftig in das Programm «Labiola» investieren – mit über fünf Millionen Franken.
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Den Verpflichtungskredit von 5,58 Millionen Franken beantragt die Aargauer Regierung für die Weiterführung des Programms «Landwirtschaft – Biodiversität – Landschaft» (kurz Labiola) in den Jahren 2022 bis 2025, wie sie in ihrer Botschaft an das Parlament am Freitag schrieb. Dadurch würden Landschaft und Natur durch die gezielten Massnahmen im Programm «Labiola» eine landschaftsästhetische und ökologische Aufwertung erfahren.

Erste Effekte erkennbar

Der Bund beteiligt sich an den Massnahmen zu 90 Prozent. «Für die Gemeinden fallen keine Kosten an», heisst es in der Botschaft. Falls sich der Bund zusätzlich noch an den Beratungskosten beteiligte, würde der Kredit nicht ausgeschöpft, präzisiert die Aargauer Kantonsverwaltung auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Erfolg des Programms wurde «anhand des Vorkommens von repräsentativen Arten wie Tagfalter und Vögel in den Untersuchungsflächen» gemessen. Zum Resultat dieser Qualitätskontrolle hält die Botschaft fest, Gebiete des Labiola wiesen «deutlich mehr Tagfalter- und auch mehr Brutvogelarten auf als Gebiete mit tiefem Labiola-Flächenanteil».

Laut der Botschaft erhält die Aargauer Bevölkerung dank des Programms Labiola «Landwirtschaftsästhetik des Kulturlandes», «Erlebniswert» und «ganzheitliche Gesundheitsförderung». Auch würden Landwirtschaftsbetriebe entschädigt, wenn sie sich ökologisch verhielten.

Labiola für viele interessant

Das Programm sei «für alle Beteiligten gewinnbringend», heisst es in der Botschaft. Wirtschaftlich sei das Programm interessant, weil es Zahlungen an Aargauer Bauern von 116 Millionen Franken auslöse. Der grösste Teil der Zahlungen leistet der Bund.

Das Interesse am Programm steigt, wie die Botschaft festhält: 118 Gemeinden beteiligen sich am Programm Labiola. Die Anzahl der Bewirtschaftungs-Vereinbarungen sei von 1365 auf 1560 gestiegen; und die darin gesicherten Biodiversitäts-Förderflächen hätten von 4980 Hektaren auf 7390 Hektaren gesteigert werden können. Eine weitere Steigerung auf 9000 Hektaren bis im Jahr 2025 hält die Regierung für «durchaus realistisch».

In der Vernehmlassung hat sich laut Botschaft «eine breite Zustimmung» der Verbände und Parteien zu den Programmzielen von Labiola gezeigt. Einzig ein Naturschutzverband habe beklagt, dass «die Bestandeskurve der Brutvögel in Wiesen und Äckern weiterhin abnehmend» sei. «Eine Nichtrealisierung hätte schwerwiegende Folgen auf die Biodiversität und die Landschaftsqualität im Kanton Aargau», so die Aargauer Regierung. Das Programm Labiola existiert im Kanton Aargau seit 2014. Gestützt auf das Landwirtschaftsgesetz setzt die Aargauer Regierung damit die Agrarpolitik des Bundes um.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. Januar 2022 13:22
aktualisiert: 28. Januar 2022 13:22
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