Lenzburg

Den Schmetterlingen geht es so gut wie schon lange nicht mehr

22. Juli 2022, 16:13 Uhr
In Lenzburg herrscht reges Flattern: Über 20 verschiedene Schmetterlingsarten lassen sich momentan bestaunen. Auch die Anzahl der hübschen Insekten ist deutlich höher als üblicherweise, wie eine Bestandesaufnahme des Natur- und Vogelschutzvereines zeigt.

Quelle: ArgoviaToday/Leonie Projer

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Unter den vielen Exemplaren lassen sich ein paar ganz spezielle Arten finden, wie Claude Müller, Schmetterlingskenner des Natur- und Vogelschutzvereins Lenzburg, gegenüber Radio Argovia erklärt. Im Lenzburger Wald gebe es beispielsweise den Kleinen Schillerfalter zu entdecken. Auch der Kleine Eisvogel und der Grosse Fuchs sind laut einer Medienmitteilung der Stadt Lenzburg im Bergwald oberhalb des Fünfweihers und im Lütisbuech zu entdecken.

Bemühungen zeigen Wirkung

Gründe dafür, dass plötzlich mehr Schmetterlinge unterwegs sind, gebe es mehrere, so Claude Müller. Einerseits die Sonne und das warme Wetter – andererseits die aktiven Bemühungen der Stadt Lenzburg, die Schmetterlinge zurückzuholen.

Die Forstdienste passten nämlich auf Anregung des Natur- und Vogelschutzvereins die Pflege der Waldränder an. Diese wurden zuvor regelmässig gemulcht. Ein Verfahren, bei dem mit einer schweren Maschine die Ränder der Waldwege befahren, gemäht und das Mähgut direkt gehäckselt wird. Das Problem dabei: Die Maschine erwischte auch einige Schmetterlinge und zerstörte Pflanzen am Waldrand, die den Faltern als Nahrung dienten. Mittlerweile werden die Wege nur noch auf einer Seite und zu einem späteren Zeitpunkt gemulcht. Mit Erfolg: Der Natur- und Vogelschutzverein konnte eine beachtliche Vielfalt und Menge an Waldschmetterlingen feststellen. «Eine Win-win-Situation fürs Forstamt, wie aber auch insbesondere für die Natur», findet Claude Müller. Denn dank der Anpassung sei es möglich, dass sich die Schmetterlingspopulationen in den Wäldern ernähren und auch fortpflanzen können.

Population immer noch gefährdet

Trotzdem dürfe nicht in Vergessenheit geraten, dass die Situation für Insekten und damit auch für Schmetterlinge noch immer sehr kritisch ist. Seit den 90er Jahren ist die Masse an Insekten um satte 75 Prozent zurückgegangen.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 23. Juli 2022 06:37
aktualisiert: 23. Juli 2022 06:37