Möhlin

«Es war Brandbeschleuniger im Spiel»: Wie es mit der zerstörten Wasserschanze weitergeht

30.09.2023, 06:42 Uhr
· Online seit 30.09.2023, 06:38 Uhr
Der Brand der Anlage am Möhliner Rheinufer am Ostermontag hatte die Fricktaler Freestyler hart getroffen. An der Generalversammlung entscheidet der Verein nun, ob die Schanze repariert oder durch eine neue Anlage ersetzt wird. Und eine gute Nachricht gibt es so oder so.

Quelle: Tele M1 / Archivvideo vom 11.04.2023

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Dem Freestyle Team Fricktal steht eine grosse Entscheidung ins Haus: Soll die im April abgebrannte Wasserschanze am Möhliner Rheinufer neu erstehen? Oder will der Verein einen Schlussstrich ziehen und auf eine Alternative setzen?

«Der definitive Entscheid fällt spätestens bei der Generalversammlung des Vereins im November», sagt Vorstandsmitglied Daniel Hilpert gegenüber der «Aargauer Zeitung». Und ohne dem Votum der rund 140 Mitglieder vorgreifen zu wollen, sagt er: «Ich gehe eher davon aus, dass die Schanze nicht mehr kommen wird.»

Reparatur der Schanze kostet 50’000 Franken

Aber falls sie doch erhalten bliebe, würde sie repariert statt gegen eine neue ausgetauscht, erklärt er. Die Reparatur koste 50’000 Franken – auch dafür, das feuerverzinkte Metall der Schanze abzulaugen und mit neuem Schutzanstrich vor Korrosion zu schützen.

Aber so oder so: Das Geld wäre für beides vorhanden - für die Reparatur ebenso wie für den Kauf neuer Gerätschaften. Das Geld habe ihnen die Versicherung zugesichert, sagt Hilpert.

Der Ostermontag 2023 wird den Fricktaler Freestylern noch lange in Erinnerung bleiben: An dem Tag stand die Wasserschanze in Flammen. Der Rasenteppich auf deren Abfahrtsrampe wurde durch das Feuer komplett zerstört. Und auch die Metallkonstruktion der Anlage hatte durch die Hitze Schaden genommen. Eine wichtige Trainingsmöglichkeit des Vereins konnte nicht mehr verwendet werden.

Schon im April war Brandstiftung vermutet worden. Heute, ein halbes Jahr danach, kann Hilpert sagen: «Ja, es war Brandstiftung und es waren auch Brandbeschleuniger im Spiel.» Ohne diese hätte der Rasenteppich nicht so massiv brennen können, erklärt er weiter. Das wüssten die Freestyler aus Erfahrung. Leider habe die Täterschaft bis heute aber nicht ermittelt werden können.

Landung auf Luftkissen statt im Rhein

«Wir sind eine Trendsportart und wir müssen mit dem Trend mitgehen», sagt Hilpert. Und nennt damit einen weiteren Grund, warum die Schanze wohl nicht mehr kommen wird. Denn mit ihr sei der neue Trend im Freestyle – sogenannte Big-Air-Sprünge – nicht möglich.

Diese bräuchten eher einen flacheren Anlauf. Wenn es auf ein neues Trainingsgerät hinauslaufe, wolle man damit auf jedem Fall den Slopestyle-Trend entsprechen. Das sei auch schon vor dem Brand der Schanze klar gewesen. «In Thun wollen Ehemalige von uns einen Freestyle-Park errichten. Mal schauen, was die so machen und ob wir davon was übernehmen können», sagt Hilpert. Und statt im Wasser des Rheins zu landen, wäre es auch möglich, beim Springen trocken zu bleiben – durch Landung auf Luftkissen oder in einer Schnitzelgrube.

Für alle Fälle gebe es ja noch die Wasserschanze in Mettmenstetten ZH, eine Autostunde von Möhlin entfernt, die man bei Bedarf benutzen könne.

Auch zum Züri Fäscht hatten die Fricktaler Freestyler die Schanze früher oft aufgebaut und sind darauf zu ihren spektakulären Sprüngen samt Drehungen und Salti in den See oder in die Limmat abgesprungen. Schon 2019 war die Alternative in der Form eines rund acht Meter hohen Turms mit zwei grossen Trampolinen gefunden. «Auch das ist bei den Besuchern super angekommen.»

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(Hans Christof Wagner)

veröffentlicht: 30. September 2023 06:38
aktualisiert: 30. September 2023 06:42
Quelle: Aargauer Zeitung

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