«Gugge 3000»

«Seifesüder»-Gugger macht sich für Kalender nackig: «Ich bin stolz auf mich»

Michelle Brunner, 9. Januar 2023, 09:31 Uhr
«Füdliblutt», mit Sternchenunterhose oder mit einem Leoparden Body-Print. Der neue Guggenkalender 2023 gehört wohl zu den aussergewöhnlichsten der Schweiz. Mit dabei: Kai Vögele, 22 Jahre, aus Leibstadt.
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Zwölf Guggerinnen und Gugger lassen ihre Hüllen fallen. Sie posieren mit ihren Instrumenten komplett nackt, teilweise exotisch geschminkt und vor schrillen Hintergründen. Den nackten Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern wurden dabei keine Grenzen gesetzt. Ganz vorne mit dabei, genauer gesagt im Januar, ist der 22-jährige Kai Vögele. Er ist Tambourmajor bei den «Seifesüder» in Leibstadt. ArgoviaToday konnte mit dem Januar-Vertreter des «Schwiizer Guggekaländer 2023» sprechen.

Kai aus Leibstadt ziert den Monat Januar
© pd

«Es war eine spontane Sache»

Dass Vögele im «Schwiizer Guggekaländer 2023» landet, war eigentlich nicht so geplant. «Wir wurden gefragt, ob wir mit der ‹Gugge 3000› zusammen einen Song aufnehmen wollen», so der Tambourmajor. Wenige Wochen später war das Stück bereits im Sack. «Daraufhin haben sie bei den ‹Seifesüder› nachgefragt, ob jemand daran Interesse hätte, bei ihrem Guggekaländer mitzuwirken.» Lediglich einige Minuten Bedenkzeit hat Vögele in die Entscheidung investiert, bis er zum Entschluss kam, dabei mitzumachen. Wenige Tage darauf war auch schon das Shooting. «Es war eine sehr spontane Sache», wie Vögele erzählt.

Nackt vor dem Fotografen zu posieren, empfand der Tambourmajor vor allem zu Beginn eher als unangenehm. «Ich musste mich in einem Raum ausziehen. Daraufhin bekam ich einen Bademantel, mit dem ich mich erst einmal vor der Leinwand platzieren musste.» Ein Nacktshooting in einem Bademantel ist jedoch ein No-Go. «Sie haben mich dann aufgefordert, den Bademantel auszuziehen. Die ersten Minuten waren für mich eher speziell, das ging dann aber auch vorbei und ich fühlte mich sogar noch wohl.»

«Seifesüder»-Logo ziert die rechte «Füdlibacke»

Was beim genaueren Betrachten des Bildes ins Auge sticht, ist das Tattoo auf seiner rechten «Füdlibacke». Zu sehen ist das Logo der Guggemusig «Seifesüder». Wie das genau dort landete, ist Vögele bis heute nicht ganz bewusst: «Ich war mit der Guggemusig vor rund drei Jahren in den Ferien in Mallorca. Als ich eines Morgens aufwachte, war das Tattoo plötzlich dort.» Bereuen tut der 22-Jährige das Tattoo bis heute nicht. Ganz im Gegenteil, nicht nur für Kai, sondern auch für den Fotografen des Kalenders war klar, dass das Tattoo für sein Januar-Bild in Szene gesetzt werden musste. «Ich konnte mein Tattoo endlich mal sinnvoll nutzen», so Vögele.

Rückmeldungen bekam Vögele schon einige. «Die Leute aus meinem Umfeld fanden es sehr cool. Zumal einige mir gegenüber äusserten, dass sie sich nicht getraut hätten, sich nackt ablichten zu lassen. Man kann schon sagen, dass ich selbst auch etwas stolz auf mich bin.» Der Januar-Vertreter bereut seinen Auftritt im «Schwiizer Guggekaländer 2023» nicht. Er selbst hat bereits einige Exemplare davon gekauft und auch die Wände seiner Verwandten und Freunde ziert der Kalender mittlerweile.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 9. Januar 2023 05:51
aktualisiert: 9. Januar 2023 09:31