In der Zwickmühle

Shops verlieren mit hohen Black-Friday-Rabatten ihre Glaubwürdigkeit

23.11.2023, 08:30 Uhr
· Online seit 23.11.2023, 08:24 Uhr
Am Black Friday sind die Schnäppchen-Jäger wieder auf der Lauer. Eine Umfrage zeigt: Während die einen möglichst günstige Produkte erwarten, bauen sich bei anderen Zweifel auf. Sozusagen zu billig, um wahr zu sein. Die Händler stehen nun zwischen den Stühlen.
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Im November jagt ein Schnäppchen-Event das andere. Am Freitag startet bereits der Black Friday. Für Händler bedeutet das: Hohe Rabatte anbieten, aber auch nicht zu hoch. Wie eine Umfrage von blackfridaydeals.ch mit über 1000 Teilnehmenden zeigt, wirken Händler mit zu hohen Rabatten auf die Kundschaft unglaubwürdig.

Zu billig wirkt unseriös

Etwa zwei Drittel der Befragten teilen diese Meinung. Grund für den Mangel an Seriosität ist gemäss den Umfrageresultaten der ursprüngliche Preis. «Für fast die Hälfte der Befragten signalisieren grosse Rabatte nämlich, dass die regulären Preise zu hoch sind», erklärt Retail-experte Julian Zrotz von blackfridaydeals.

Für knapp 20 Prozent machen die hohen Aktionen die Shops nicht weniger glaubwürdig, da es Rabatte sowieso nur auf sogenannte Ladenhüter gebe. Dabei handelt es sich um Artikel, die sich nur schlecht oder ansonsten gar nicht verkaufen lassen.

Begründung für hohe Rabatte

Die Händler brauchen an Tagen wie am Black Friday eine plausible Begründung für die hohen Rabatte. «Bei den Sommer- und Winter-Ausverkäufen ist klar, dass die Rabatte dazu dienen, Platz für die neue Kollektion zu schaffen. Beim Black Friday ist der Grund für die Rabatte hingegen weniger einfach nachvollziehbar», so Zrotz.

Die zunehmende Skepsis der Konsumierenden gegenüber solchen Shopping-Events sei auch auf Onlinebetrug zurückzuführen. Auch am Black Friday seien solche Betrugsmaschen nicht auszuschliessen.

Spontan-Shopping verleitet die Jungen zu Überkonsum

Knapp die Hälfte der jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren gehen an Rabatt-Tagen spontan shoppen. «Die jüngeren Konsumenten neigen dadurch eher zu unnötigen Einkäufen und damit zu Überkonsum.»

Zwei Drittel der älteren Generationen, das heisst Personen ab 55 Jahren, planen ihre Einkäufe im Voraus. «Diese kaufen fast ausschliesslich gezielt jene Produkte ein, welche sie auch ohne einen Rabatt erworben hätten», sagt Julian Zrotz.

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veröffentlicht: 23. November 2023 08:24
aktualisiert: 23. November 2023 08:30
Quelle: ArgoviaToday

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