Nationalratswahlen

Wer kommt rein, wer muss gehen? Das sind die Gewinner und Verlierer der Wahlen

· Online seit 22.10.2023, 18:47 Uhr
Der Aargau hat am Sonntag seine Vertreterinnen und Vertreter für den Nationalrat gewählt. Die SVP legt insgesamt zu und gewinnt sogar einen Sitz. Dieser geht auf Kosten der EVP. Die SP behält ihre drei Sitze, die Grünen sind die grossen Verlierer.
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Die SVP legt bei den diesjährigen Wahlen im Aargau massiv zu. Was die Partei vor vier Jahren verloren hat, hat sie diesmal wieder zulegen können. «Hier zeigt sich der Jojo-Effekt. Hat die SVP im Jahr 2015 enorm gewonnen, so hat sie diese Stimmen vier Jahre später wieder verloren», so Politologe Mark Balsiger. Nachdem alle 198 Aargauer Gemeinden ausgezählt sind, resultiert ein Plus von über 4 Prozent. Dagegen verlieren die Grünen 2,7 Prozent – so viel wie keine andere Partei. Die SP verliert leicht (0,1 Prozent), die FDP ebenso 0,5 Prozent, die Mitte gar 1 Prozent. Die EVP gewinnt leicht an Stimmen.

Was bedeutet das Ergebnis für die Sitzverteilung? 

Die SVP gewinnt einen Sitz dazu – und zwar auf Kosten der EVP, die somit ihren einzigen Nationalratssitz verliert. Betroffen ist Lilian Studer und das, obwohl ihre Partei im Vergleich zu den vorherigen Wahlen an Stimmen dazu gewinnt.

Dafür zieht Christoph Riner für die SVP in den Nationalrat. Er liefert für seine Partei ein Top-Ergebnis ab und wird neben Simona Brizzi von der SP als einziger neu in die Grosse Kammer gewählt. Ihre Wahl war bis zuletzt eine knappe Sache. Am Schluss reichten 33 Stimmen mehr als Colette Basler für die Wahl. Das sind die 16 gewählten Nationalratsmitglieder.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

Die 16 gewählten Aargauer Nationalratsmitglieder

Herbe Schlappe für die Grünen 

Die Grünen im Aargau gelten als grosse Verlierer bei den Wahlen. Dass Themen rund um Umwelt und Nachhaltigkeit diesmal nicht so hoch im Kurs stehen, war schon vorab prophezeit worden. Dass aber die GLP als Umweltpartei Wählerstimmen gut machen konnten, während die Grünen stark an Wähleranteilen verlieren, gibt auch Kantonalpräsident Daniel Hölzle zu denken, wie er nach den ersten Hochrechnungen sagt.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

Diese Gemeinden haben SP gewählt

Sechs Städte und Gemeinden haben in diesem Jahr SP gewählt. In Lenzburg bleibt die SP die stärkste Partei und legt um 2,2 Prozentpunkte zu, auch in Aarau konnte die Partei zwei Prozente dazu gewinnen im Vergleich zu den Vorwahlen. In Baden behält die SP ihren Status als stärkste politische Kraft. Die Partei sichert sich einen Wähleranteil von 25,4 Prozent (+1,1 Prozentpunkte). Keine Änderung an der Spitze in Ennetbaden. Die SP bleibt stärkste Partei und stellt neu auch eine Nationalrätin mit Simone Brizzi. Neben Ennetbaden wählten auch Turgi und Windisch rot.

Trotz Stimmengewinn verliert die EVP

Die EVP ist definitiv raus aus dem Nationalrat, obwohl sie neben der SVP als einzige Partei an Stimmen dazugewonnen hat. Lilian Studer verliert ihren Sitz in der grossen Kammer. Will sie in Bern weiterpolitisieren, müsste sie im zweiten Wahlgang im November für den Ständerat gewinnen. Jedoch liegt sie dort nach dem ersten Wahlgang abgeschlagen auf dem 6. Platz.

Knappe Wiederwahl für Matthias Jauslin

So glanzvoll das Ergebnis für Thierry Burkart bei den Ständeratswahlen war, so eng war die Wahl für FDP-Jauslin. Nur gerade mal 90 Stimmen machten am Ende den Unterschied. Adrian Schoop bleibt aussen vor. Jauslin sei allerdings recht glücklich, dass er für eine weitere Amtsperiode in Bern gewählt wurde.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

Schoop hingegen sehe die knappe Niederlage als Chance, sich abzuhärten. «Man kann nie alles sofort haben im Leben», erklärt er. Er sei ja noch jung und er könne auch später nochmals kandidieren, sagt Schoop weiter.

veröffentlicht: 22. Oktober 2023 18:47
aktualisiert: 22. Oktober 2023 18:47
Quelle: ArgoviaToday

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