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Kantonale Fondue-Chinoise-Anleitung schmeckt nicht allen

Richtig essen

Kantonale Fondue-Chinoise-Anleitung schmeckt nicht allen

· Online seit 06.12.2022, 12:22 Uhr
Für viele ist das Fleischfondue das Weihnachtsessen schlechthin. Und apropos schlecht: Damit das Essen in guter Erinnerung bleibt und du es dir nicht ein zweites Mal «durch den Kopf gehen lassen» musst, hat der Kanton ganz offiziell verkündet, wie man es richtig macht.
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Während der Vorweihnachtszeit verteilen Aargauer Metzgereien beim Kauf von Fondue-Chinoise-Platten einen Flyer mit Tipps für den sicheren Umgang mit rohem Fleisch. Wie das Aargauer Amt für Verbraucherschutz mitteilt, soll die Bevölkerung so auf die Gefahr von gefährlichen Keimen sensibilisiert werden. Es komme immer wieder zu Durchfallerkrankungen, weil insbesondere das Geflügelfleisch nicht genügend erhitzt werde.

Pro-Tipp: Zwei-Teller-Prinzip

Die wichtigste Regel beim Fondue Chinoise sei deshalb das Zwei-Teller-Prinzip. So werde verhindert, dass rohes Fleisch oder roher Fleischsaft mit den restlichen Speisen in Kontakt kommt. Doch schon vorher ist Vorsicht geboten, weiss Metzger Peter Speck: «Wenn man Pouletfleisch selber zubereitet und nicht vom Fleischfachmann kauft, dann ist wichtig, dass man eine separate Schneidplatte nimmt. Und sicher nicht diese, welche für das andere Fleisch verwendet wurde.» Auch ein separates Messer sollte man verwenden.

Ansonsten könnte es sein, dass zum Beispiel Campylo-Bakterien ihr böses Werk tun. Sie verursachen unter anderem Durchfall. Der «Chäber» ist ziemlich potent, weiss Ines Wyrsch, Sektionsleiterin Bioanalytik beim kantonalen Verbraucherschutz: «Das Problem ist, dass die Infektiöse Dosis von diesen Campylobacter-Bakterien sehr sehr gering ist. Schon ein kleiner Spritzer oder Tropfen vom rohen Fleischsaft, welcher paar wenige Keime enthält, reicht, um eine solche Infektion auszulösen.»

Kampagne stösst nicht nur auf Verständnis

Die gemeinsame Info-Kampagne des Kantons und des Metzgermeister-Verbands stösst derweil nicht nur auf Verständnis. «Damit sie wissen, wofür sie im Aargau Steuern bezahlen», höhnt zum Beispiel Philipp Kästli auf Twitter, «Das Amt für Gesundheit und Soziales (eigentlich: Departement, Anm. d. Red.) von SVP-Regierungsrat Gallati ist eine Public-Private-Relationship mit dem Aargauer Metzgermeisterverband eingegangen.»

Und auch der Aargauer Nationalrat Cedric Wermuth, Co-Präsident der SP Schweiz, fragt auf Twitter: «Das SVP geführte Gesundheitsdepartement erklärt mir, wie ich Fondue Chinoise essen soll. Inklusive staatlich verordneter Telleranordnung. Das ist jetzt dieser woke rot-grüne Nannystate, oder? »

Beim Kanton steht man aber zur Kampagne. Mit einigen einfachen Regeln könne man einfach sensibilisieren. So steht dann dem Genuss des Weihnachtsklassikers auch nichts mehr im Weg.

veröffentlicht: 6. Dezember 2022 12:22
aktualisiert: 6. Dezember 2022 12:22
Quelle: ArgoviaToday

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