Aargau/Solothurn
Zofingen

Täter (43) von Zofingen ist Spanier – in diesem Haus hat er sich verschanzt

Identität geklärt

Täter (43) von Zofingen ist Spanier – in diesem Haus hat er sich verschanzt

17.05.2024, 10:09 Uhr
· Online seit 16.05.2024, 13:27 Uhr
Der Mann, der am Mittwoch in Zofingen mehrere Menschen angegriffen und verletzt hat, ist ein 43-jähriger Spanier, der erst vor wenigen Tagen in die Schweiz eingereist sein dürfte. Offenbar wollte er bei der Tat sterben. Unterdessen zeugen am Tag nach der Tat Blutspuren am Gebäude von der Verhaftung.

Quelle: Tele M1/Alessandro Di Fante/ArgoviaToday/Vroni Fehlmann

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Die Identität des Beschuldigten, der in Zofingen am Mittwochnachmittag mit einem Messer mehrere Menschen angegriffen und zum Teil schwer verletzt hat, stehe inzwischen fest, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der 43-jährige Spanier sei vermutlich erst vor wenigen Tagen in die Schweiz eingereist. Er habe sich mutmasslich auch selbst Verletzungen beigebracht und zeige ein psychisch auffälliges Verhalten. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund bestünden keine.

«Radio SRF» hatte mit Berufung auf das Staatssekretariat für Migration zuvor berichtet, dass der Mann diesen Montag in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht – dieses aber bereits am Dienstag in einem anderen Bundesasylzentrum wieder zurückgezogen hatte.

Motiv für Tat noch unklar

Kurz nach 16.00 Uhr am Mittwoch hatte der Mann beim Bahnhof Zofingen willkürlich begonnen, Passanten mit verschiedenen Gegenständen anzugreifen. Später habe er sich in einem Einfamilienhaus verbarrikadiert, das von Spezialkräften der Polizei umstellt wurde. Diese konnten den Tatverdächtigen kurz darauf festnehmen.

Die Angegriffenen sind teilweise schwer verletzt, befinden sich aber laut Staatsanwaltschaft ausser Lebensgefahr. Das Motiv für den Angriff bleibt unklar.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat gegen den 43-Jährigen eine Strafuntersuchung wegen versuchter Tötung eröffnet. Der Mann sei psychisch auffällig.

Täter wollte sterben

Gegenüber Tele M1 berichtete ein Anwohner, der direkten Kontakt mit dem Täter hatte. Dieser sei in seinen Wintergarten eingebrochen, wo er mit seinen Gästen Kaffee getrunken und Kuchen gegessen hatte. Der Mann hatte eine blutige Hand und trug einen spitzen Gegenstand in der Hand.

Er fragte, ob er ein Messer nehmen könne. Dann ging er in die Küche, nahm ein Küchenmesser und hielt es sich an den Hals. Dabei forderte er den Hausbesitzer auf Englisch mit «Kill me, kill me!» auf, ihn umzubringen. Der Hausbesitzer blieb jedoch ruhig. Der Täter flüchtete in das nächste Haus, wo er eine Frau verletzte.

Blutspuren am Gebäude

Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Der Mann hat sich nach einem Angriff in einem Haus in Zofingen verschanzt. Die Polizei konnte den Täter rund zwei Stunden später festnehmen. Er wies ebenfalls Verletzungen auf. An der Wand des Hauses gibt es viele Blutspuren. Woher diese stammen, ist noch unklar. Auch in welcher Verbindung der Mann zu dem Haus stand, ist noch nicht klar.

Ein Quartier voller Polizisten

Nachbarn schildern gegenüber Tele M1, wie es im Quartier plötzlich von Polizisten wimmelte. Die ganze Strasse sei voller Polizeiautos gewesen, erzählt einer. «Dann klingelte es an meiner Tür und eine Polizistin fragte, wie es mir geht. Ich sagte gut, dann sagte sie, das sei schön, ich solle drinnen bleiben und die Tür verschliessen.» Bis spätabends sei die Polizei im Quartier anwesend gewesen und habe sich mehrmals über das Wohlbefinden der Anwohnenden erkundigt und sie darauf hingewiesen, in ihren Häusern zu bleiben. Angst habe er keine gehabt – schliesslich sei die Polizei mit einem Grossaufgebot da gewesen.

(red./sda)

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veröffentlicht: 16. Mai 2024 13:27
aktualisiert: 17. Mai 2024 10:09
Quelle: ArgoviaToday

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