Sicherheit im Aargau

Massiv mehr Einbrüche und Telefonbetrug – Kantonspolizei zieht Jahresbilanz

26.01.2024, 18:52 Uhr
· Online seit 26.01.2024, 09:01 Uhr
Zwar zieht der Aargauer Regierungsrat Dieter Egli an seiner jährlichen Medienkonferenz zu Sicherheitsthemen im vergangenen Jahr eine positive Bilanz. Zunehmende Einflüsse, die das Aargauer Sicherheitsdispositiv und die Strafverfolgung aber nicht beeinflussen können, machen den Einsatzkräften aber zunehmend zu schaffen.

Quelle: Tele M1 / Jeffrey Gnehm / ArgoviaToday / Severin Mayer

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Zu diesen externen Faktoren gehören Megatrends wie die Digitalisierung oder die Globalisierung, führte Sicherheitsdirektor Egli aus. Diese führten zu neuen Kriminalitätsformen wie der Cyberkriminalität und Telefonbetrug, letzterer hat gemäss Polizeiangaben gegenüber 2022 um 70 Prozent zugenommen. Die Deliktsumme liegt demnach bei zwei Millionen Franken, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese kennt keine geografischen Grenzen mehr. Auch Konflikte wie der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine oder im Nahen Osten und damit einhergehen Migrationsbewegungen wirkten sich auf die Sicherheitslage aus.

Die Medienkonferenz zum Nachschauen

Fahrzeugdelikte verachtfachten sich innert 5 Jahren

Ausserdem etabliert sich zunehmend die 24-Stunden-Gesellschaft, die Mobilität nimmt zu. All das ergibt eine neue Gemengelage: Seit 2019 haben sich gemäss kantonaler Zahlen die Fahrzeugdelikte seit 2019 verachtfacht. «Bei der Täterschaft, die Diebstähle aus Fahrzeugen verübt, handelt es sich oft um junge Männer aus Maghrebstaaten, die in Asylunterkünften inner- und ausserhalb des Kantons wohnen», stellte Kommandant Michael Leupold an der Medienkonferenz fest. Die Polizei reagiert mit gezielter Patrouillenpräsenz als präventive Möglichkeit und zur raschen Aufklärung von Vorfällen.

Verkehrssicherheit stabil

Verstärkt muss die Polizei auch an Hotspots wie dem Bahnhof Aarau oder dem in Brugg Einsätze leisten. Deals mit Drogen, der Konsum und die Präsenz von Asylsuchenden und Randständigen hätten einen negativen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Menschen. «Die Bevölkerung rechnet bei solchen Szenen mit erhöhter Kriminalität», sagte Leupold. Erst am Stephanstag 2023 kam es in Aarau gleich zu mehreren Gewaltdelikten. Mehrere Personen mussten ins Spital. Zwei SVP-Grossrätinnen fordern nun Security Points. Also spezielle Zonen, die man aufsuchen kann, wenn man sich nicht mehr sicher fühlt.

Staatsanwaltschaft gefordert

Positiv beurteilen die Experten des Kantons dafür die Verkehrssicherheit, da verzeichnet der Aargau eine stabile Lage. Aber auch da: Unfälle mit Fussgängern, E-Bikes und «Trendfahrzeugen» wie E-Scootern nehmen zu. 19 Tötungsdelikte, vier vollendete und 15 versuchte, konnten aufgeklärt werden.

Zu kämpfen haben dafür weiterhin die Strafverfolgungsbehörden. Die Staatsanwaltschaft hat 2023 alleine 35'000 Strafbefehle ausgestellt. «Die Anzahl der Verfahren, die mit einer Anklage erledigt werden müssen, ist deutlich gestiegen», führte der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Philipp Umbricht an der Medienkonferenz aus. Die Verfahrensdauer sei deshalb ebenfalls gestiegen. Dasselbe Bild bei der Jugendanwaltschaft: «Die Fallzahlen haben auch bei der Jugendanwaltschaft gegenüber dem Vorjahr beträchtlich zugenommen, auch werden die beschuldigten Jugendlichen jünger», sagt Beatriz Gil Fernandez, Leiterin Jugendanwaltschaft.

veröffentlicht: 26. Januar 2024 09:01
aktualisiert: 26. Januar 2024 18:52
Quelle: ArgoviaToday

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