40 Katzen und 11 Hasen

Mehrtierhaltung nimmt im Aargau zu – das steckt dahinter

16.02.2024, 17:47 Uhr
· Online seit 16.02.2024, 05:42 Uhr
Hunde, Katzen und andere Tiere leben eng zusammengepfercht in kleinen Wohnungen. Bereits mehrere Fälle der Mehrtierhaltung wurden im Kanton Aargau aufgedeckt. Das Phänomen nimmt laut dem Veterinärdienst zu – Statistiken werden jedoch nicht darüber geführt.

Quelle: Tele M1 / Anja Leibacher / Rebecca Doppmann / ArgoviaToday / Severin Mayer

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Anfang Februar hat der Veterinärdienst des Kantons Aargau in einem Wohnhaus im Bezirk Zofingen elf verendete Hasen und 40 Katzen entdeckt, welche unter schlechten hygienischen Verhältnissen gehalten wurden.

Tierhaltende wollten Katzen los werden

Mittlerweile ist klar: Das Paar, welches die 40 Katzen und elf Hasen hielt, versuchte die vielen Tiere mittels Flyer loszuwerden. Das jedoch ohne Erfolg. Daraus resultierte, dass die Besitzenden mit den Tieren komplett überfordert waren. «Die Tierhaltenden gingen regelmässig mit den Katzen zum Tierarzt. Sie waren gechipt, teilweise geimpft und kastriert», sagt Barbara Thür, Kantonstierärztin des Kantons Aargau, gegenüber ArgoviaToday. Gemäss einer ersten Einschätzung des Veterinärdienstes befinden sich die Katzen in einem akzeptablen Zustand – sie sollen nun an Tierheime abgegeben werden.

Dass Tierhaltende mit solch einer hohen Anzahl an Tieren überfordert sind, ist keine Seltenheit. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Tierhaltende mit einer Vielzahl an Tieren überfordert sind. So auch in einem Fall Anfang Juli im Bezirk Bremgarten. Der Veterinärdienst des Kantons Aargaus entdeckte in einer Wohnung 29 vernachlässigte Katzen sowie zwei Hunde. Angefangen habe die ganze Geschichte mit drei Katzen. Innert kürzester Zeit hätten sie sich unkontrolliert vermehrt, erklärte damals Thür. Auch in diesem Fall war die Halterin mit den Tieren überfordert und verzichtete freiwillig auf die Katzen. Sie wurden in verschiedenen Heimen untergebracht. Die Frau wurde später per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt.

Wie konnte es soweit kommen?

Das Veterinäramt bezeichnet solche Fälle als Mehrtierhaltung. Bianca Körner, rechtswissenschaftliche Mitarbeiterin bei Tier im Recht, erläutert: «Bei den oben genannten Beispielen zeichnet sich ab, dass die Menschen überfordert waren mit der Anzahl von Tieren, die sie hielten.» So müssen Besitzende oft beispielsweise hohe finanzielle Kosten tragen, mit grossen Zeitaufwänden rechnen und sind dadurch schlicht überfordert.

Jedoch ist es schwierig zu definieren, welche Anzahl an Tieren «zu viel» sind. Man müsse es von Fall zu Fall beurteilen, sagt Thür: «Es hängt sehr von den Haltenden ab. Manche können sich um 23 Tiere kümmern, für andere sind drei Katzen bereits zu viel.» Statistiken werden deshalb zur Mehrtierhaltung nicht geführt. «Ich kann jedoch bestätigen, dass wir eine stetige Zunahme solcher Fälle bemerkten», so Thür.

So hat Tele M1 über den Fall in der Region Zofingen berichtet

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veröffentlicht: 16. Februar 2024 05:42
aktualisiert: 16. Februar 2024 17:47
Quelle: ArgoviaToday

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